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PHILATELISTEN IN DER GANZEN WELT – WIE EINE GROSSE FAMILIE
Jurgita Čepulytė
Im vorigen Jahr hatten wir in der Monatsschrift der litauischen Post „Lietuvos paštas“ (Nr. 9; 87) das Interview mit dem Vizepräsidenten der in Deutschland tätigen „Forschungsgemeinschaft Litauen“, Bernhardt Fels, veröffentlicht, der zum kurzen Aufenthalt nach Litauen angekommen war. 
Am 21. Juli 2008 besuchten sieben Vertreter dieser Organisation Litauen mit dem Ziel, das Land, dessen Postgeschichte sie erforschen, besser kennen zu lernen. Sie trafen sich mit Mitgliedern der in Litauen tätigen Philatelistengesellschaft zum Erfahrungsaustausch. Museen, in denen alte Briefmarken Litauens ausgestellt sind, wurden besucht. Auf dem Programm stand auch der Besuch der posteigenen Briefmarken-
Die Direktorin des Postbeförderungszentrums, Regina Vėšūnienė, zeigte den Gästen aus Deutschland das ganze Postbeförderungszentrum, erläuterte es ausführlich und zeigte jede Etappe, die die Postsendungen zurücklegen – von der Anlieferung bis zur Auslieferung.
Zweimal im Jahr veröffentlicht die Forschungsgemeinschaft ihre Zeitschrift „LITUANIA“ in deutscher Sprache, in der die durchgeführten Forschungen vorgestellt werden.
Aus diesem Grund war es für die Gäste aus Deutschland besonders interessant zu beobachten, wie die Briefe mit der Hand gestempelt wurden – einer der Besucher drückte selbst verschiedene Stempel auf eine Karteikarte, mit denen er nicht nur seine Sammlung ergänzen, sondern auch kommentieren konnte, was jeder Buchstabe, jede Zahl, jedes Zeichen bedeutet. „In Deutschland gibt es insgesamt etwa 50 ähnliche Verteilungszentren für Postsendungen“, erzählte Bernhard Fels. Aber dort sind schon alle Prozesse voll automatisiert, Handarbeit gibt es fast nicht mehr. Deshalb war es interessant anzusehen, wie Postsendungen handverarbeitet wurden – verteilt, sortiert und gestempelt. Die litauische Post AG plant, dass in zwei Jahren im neuen Postbeförderungszentrum die ganze Hauptarbeit automatisch erledigt wird. Beim Erforschen von alten Briefmarken und Briefen ist es sehr wichtig zu begreifen, wie das klassische Sortiermodell funktionierte, bis die Prozesse automatisiert waren – das vermittelt für die (postgeschichtlichen) Forschungen viele neue Informationen. Außerdem: Wenn die ganze Arbeit von Maschinen erledigt wird, wenn jeder Brief, jede Sendung nicht mehr von einem Menschen bearbeitet wird, gibt es diese Romantik nicht mehr. Deshalb kann man sagen, dass wir noch ganz rechtzeitig zu Besuch im Beförderungszentrum der litauischen Post gekommen sind.
Die Mitglieder der Forschungsgemeinschaft interessieren sich für die sehr verschiedenen Gebiete der litauischen Postgeschichte. Einige interessieren sich für die Briefmarken-
Die Direktorin des Postbeförderungszentrums, Regina Vėšūnienė, und die Stellvertreterin, Janina Semėnaitė, berichteten den Gästen über die Arbeit der Post vor der Wiedererlangung der Unabhängigkeit, beantworteten auf die Fragen der Gäste und deckten Details auf, die sie interessierten. Laut den Mitgliedern der Forschungsgemeinschaft, war diese Reise nach Litauen, insbesondere die Möglich-
(Quelle: Lietuvos paštas, 8/2008; Übersetzung aus dem Litauischen: Loreta Vasinauskiene, Kaunas) Frau Jurgita Čepulytė ist Leiterin der Kommunikationsabteilung der Litauischen Post AG; außerdem Chefredakteurin der postinternen Zeitschrift „Lietuvos paštas“. Die Zeitschrift erscheint monatlich in einer Auflage von 3000 Exemplaren.

(vordere Reihe v.l.n.r. Thomas Löbbering; Janina Semėnaitė, stv. Direktorin; Dr. Peter Feustel;
hintere Reihe: Martin Bechstedt; Michael Wieneke; Bernhard Fels; Sven Kraul; Regina Vėšūnienė, Direktorin; Leonas Veržbolauskas